Jahresrückblick 2018

Was tut man nicht alles, um die prophezeite Regelmäßigkeit der jährlichen Rückblicke zu gewährleisten, denn obwohl ich das vergangene Jahr möglichst schnell in einen Sack stecken und mit einem „War scheiße.“-Stempel versehen möchte, steht mein eigenes Pflichtbewusstsein metaphorisch mit verzogener Miene neben mir und verlangt, dieses wenigstens mit einem Arschtritt zu bedenken. Mit einiger Skepsis mache ich mich ans Werk, denn ich kann vielleicht sogar einen therapeutischen Effekt davon erzielen.

Ich verpasse gerne so manchem Konzept einen Titel und wenn ich einen Untertitel zu diesem Jahr finden müsste, so wäre wohl „Das Jahr der Extreme“ mein persönlicher Favorit. Das passt nicht nur privat, sondern auch gesellschaftlich, da die Menschheit durch Klimaerwärmung und politischem Extremismus durch rechte Strömungen immer mehr ihrem eigenen Untergang entgegen schreitet. Was den ersten Punkt angeht, schließe ich mich ja dank des Zwangs selbst nicht von aus, weil ich dank dieser Erkrankung mehr Wasser verbrauche als der sowieso schon viel zu viel verschwenderische Durchschnittsverbraucher.

Trotz der großen Belastung muss ich dennoch zugeben, in dieser schwierigen Phase meine Hände wenigstens nicht bis aufs Blut gewaschen zu haben und auch sonst gab es einige positive Kleinigkeiten, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Zuallererst gab es am Geburtstag und zu Weihnachten Überraschungen von meinen Freunden, mit denen ich echt nicht gerechnet hatte. An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal recht herzlich bei Vecrix und darkIkarus! Ohne sie wäre dieses Jahr wohl schwieriger verlaufen.

Aber auch im Angesicht des kapitalistischen Geistes schien es vergangenes Jahr mit Ausnahme des Sommers halbwegs gut zu laufen. Trotz meines engen Budgets schreitet die Vervollständigung meiner Nintendo 3DS-Sammlung gut voran und auch bei der Wii U kann ich mit der jüngsten Bestellung vermelden, von dieser alles ergattert zu haben, was ich bisher haben wollte. Vielleicht wäre noch irgendwann der Crossover zwischen Fire Emblem und Persona etwas für mich, aber das hat keine Priorität.

Apropos Fire Emblem: dieses Jahr konnte ich diese alte Nintendo-Marke für mich entdecken und habe nicht nur Teile wie Awakening und Shadows of Valentia verschriftlicht, sondern werde auch recht bald meine Meinung zu Fates veröffentlichen und nicht zuletzt warten weitere Teile in meinem Backlog sehnlichst darauf, von mir ausprobiert zu werden. Ein wenig mulmig ist mir dabei schon, da die fehlenden Einträge von Permadeath geplagt sind und ich dieses veraltete Feature mehr als hasse.

Fire Emblem ist aber nicht alles, was das vergangene Jahr seinen Weg zu meinem Blog fand, denn auch Final Fantasy und Pokémon konnten ihr Debüt feiern. Während bei Final Fantasy der Beitrag zum ersten Teil entgegen anfänglicher Pläne allein geblieben ist, verfasste ich in Sachen Pokémon meine Rezension zu Ultrasonne/Ultramond und konnte darüber hinaus meinen ersten Eintrag zum Pokémon-Portrait veröffentlichen – ein Novum auf meinem eher auf Rezensionen ausgerichteten Blog. Aufgrund persönlicher Umstände ist der zweite Eintrag zur Vorstellung aller Facetten eines Pokémon ausgeblieben, aber ich hoffe, ich schaffe es wenigstens im neuen Jahr. Schließlich habe ich den Wunsch von Kaoru nicht vergessen!

Unabhängig davon liefen Rezensionen zu Videospielen bis zur Pause unerwartet gut weiter. Bei den bekannten Nintendo-Marken erhielten Kirby mit Battle Royale und Triple Deluxe und Mario mit Odyssey, Super Mario Bros. 2 und 3D Land Support und auch durften sich eher kleinere Franchises wie Chibi-Robo, Ever Oasis und Tales of Symphonia hinzu gesellen – letzteres ist zwar ein Haufen gekotzter Mist gewesen, aber es hat einen Platz bekommen! Für mich persönlich interessanter sind jedoch wie immer die kleineren Titel gewesen: mit Hydroventure und Jett Rocket beschäftigte ich mich ein wenig mit dem bedauernswerten und weniger bedauernswerten Verfall von digitalen Medien und war im Falle von LostWinds froh, dass es manchen Entwicklern wichtig ist, ihre Produkte zu erhalten; konnte mit dem zweiten Teil vom besagten Jett Rocket einen Titel eines deutschen Entwicklers abweisen, während mir ein anderer, Tales of the Tiny Planet, mehr zusagte und durfte nicht zuletzt mit Hue auch die überfüllten Gefilden von Steam betreten. Steam habe ich mangels eines kompatiblen Controllers letztes Jahr gemieden, aber vielleicht ändert sich das ja, nachdem ich mit heftigem Zähneknirschen einen überteuerten Controller bestellt habe, der hoffentlich besser mit jenen Spielen funktioniert.

Spiele stellen also immer noch den Hauptfokus des Blogs dar und das wird sich zukünftig nicht ändern. Bedingt durch Depressionen fallen mir Bücher schwer und spielten daher auch leider 2018 mit Ausnahme von TKKG und Mog keine Rolle. Musik ist nach wie vor ein Nischenthema, bei dem ich wie mit Diddl und Rolf Zuckowski so manche an Kinder gerichtete CD auseinander nehme und generiert dementsprechend kaum Aufmerksamkeit. Dafür spielen Filme – zusammen mit der Unterkategorie Kurzfilme kommentiert – häufiger eine Rolle, von denen mir Kaguya, Boxtrolls, Professor Layton, Steamboat Willie, Die kluge kleine Henne und 16 Blocks einfallen. Letzteres würde inzwischen aber keinen eigenen Beitrag mehr bekommen und in meinen Senf-Beiträgen verwurstet werden.

Jene Senf-Beiträge gehören mit zu den zentralen neuen Konzepten auf dem Blog, die ich einführen durfte. Mit diesen Abhandlungen kann ich auch meine Meinung zu Medien abgeben, zu denen ich keine ausführliche Meinung abgeben kann oder möchte. Zu diesem Zeitpunkt ist der siebte Eintrag fast fertig gestellt und ich hoffe, es kommen im Jahr noch weitere hinzu. Vorerst möchte ich mich jedoch noch den alten Einträgen widmen und entsprechende Auszeichnungen verleihen. So manches Medium hat eben eine weitere Erwähnung verdient.

Zu den besten animierten Serien innerhalb von Senf gehören meiner Meinung nach Aggretsuko, Devilman Crybaby, BoJack Horseman, Castlevania und Hilda. All diese Serien sind wirklich sehenswert und kann ich jedem Interessierten empfehlen. Müsste ich mich auf drei nummerierte Plätze beschränken, bekäme Castlevania nicht zuletzt wegen seiner Kampfszenen und netten Protagonisten Bronze; Silber überreiche ich an BoJack Horseman, die sehr komplexe Themen gekonnt mit ihren nicht minder komplexen Protagonisten aufgreift und Gold schließlich Hilda, die mit ihrer bunten, fantasievollen Welt einen Funken von kindlicher Lebenslust in mir ausgelöst hat, den ich schon lange nicht mehr gespürt habe. Zugegebenermaßen ein sehr subjektiver Eindruck, aber so oder so empfehle ich euch in diese Serien zumindest mal reinzuschnuppern.

Bei den animierten Filmen gibt es eigentlich keine große Auswahl, daher ist „Der Junge und das Biest“ der klare Gewinner. Ich mochte den Film trotz seiner ausgelutschten Prämisse wirklich sehr und auch wenn mich manche pseudophilosophische Sprüche im letzten Drittel mit den Augen rollen ließen und der Antagonist selbst der größte Schwachpunkt sein mag, wurde dies durch die Dynamik seiner Hauptfiguren und dem kreativen Design der Tiermenschen wieder wett gemacht. Bei der Suche nach passablen Filmen kann man diesen ruhig näher ins Auge fassen.

Realfilmserien beschränken sich lediglich auf zwei Anwärter für den Titel, weil diese mir nun einmal seltener liegen. In diesem Fall dürfen sich der kleine Nachfolger zu Gilmore Girls und Sense8 geschätzt fühlen und allein an der Aufzählung wird man schon merken, dass Sense8 die Nase vorne hat, da Gilmore Girls wirklich eher für Fans der Ursprungsserie gedacht ist. Außerdem mag ich alle acht Protagonisten ganz gerne – auch wenn diese niemals viele Facetten in der viel zu kurzen Laufzeit bekommen haben – und die progressiven Themen, selten so dargestellte Weltgewandtheit und nicht zuletzt die Selbstironie sind da nur weitere Zutaten, die das schon sehr gute Mahl verfeinern. Zu schade, dass diese Serie zu früh gecancelt wurde und entsprechend das Finale etwas überladen wirkt, aber besser als gar kein Ende.

Spielfilme erfordern nicht ganz so viel Zeit von mir und tauchten dementsprechend auch häufiger in meinen Beiträgen auf. Von allen Exemplaren dürften sich der erste Avengers, Guardians of the Galaxy und Arrival geehrt fühlen, wobei sich letzteres ganz klar als mein Favorit herausstellt. Das Finale mag etwas schwächer als der Rest des Films gewesen sein, aber allein das interessante Konzept und die für Hollywood ungewöhnlich frische Idee zeugen in meinen Augen davon, wie gut dieser Film ist. Wer vom ewig gleichen Actiongeballer und hunderten Sequels und Reboots die Schnauze voll hat kann sich diesen Film mal reinziehen, denn dieser Streifen weckt in mir die leise Hoffnung, dass doch nicht alles in Hollywood nur rein auf Oscarbait und Wiederverwertung aus ist.

Zuletzt zu den Videospielen und von der ganzen Auswahl stechen Grow Home, Scribblenauts Unlimited und Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia heraus. Grow Home war ein wirklich unterhaltsames, fast schon meditatives kleines Spielchen, das ein wenig durch seine bizarre Physik leider negativen Beigeschmack besaß; Shadows of Valentia ist Grow Home in dieser Hinsicht nicht ganz unähnlich, da es ebenfalls einige sehr nette Elemente und frische Ideen besaß, aber dafür im Vergleich zu den anderen neueren Teilen ein wenig auf der Strecke blieb; mein Favorit von allen ist aber Scribblenauts Unlimited, das ich dank seiner non-linearen Heransgehensweise, der oberflächlichen, aber glaubhaften Welt, guten Präsentation und den soliden Rätseln/Aufgaben als den besten Teil der Reihe bezeichnen kann. Da mich lediglich die optionalen, in Menüs versteckten Kombinationsaufgaben genervt haben, steht für mich der Gewinner trotz der harten Konkurrenz also fest.

Privat lief es wie schon öfter erwähnt nicht ganz so gut und wundert es auch nicht, dass ich kaum eines meiner Vorhaben/Vorsätze erfüllen konnte. Drei Quartale konnte ich immerhin den wöchentlichen Rhythmus aufrecht erhalten, insgesamt 52 Spiele durchspielen und auch die Nintendo Switch ist in meinen Haushalt gewandert. Das war’s aber auch schon. Da ich – wie einige noch aus vorangegangenen Jahresrückblicken wissen sollten – nicht die klassische Definition von Vorsätzen anerkenne, mache ich mir da natürlich keinen Stress, aber ein wenig schade ist es schon, weil es wunderbar aufzeigt, wie wenig ich im vergangenen Jahr zählte. Das wird sich nun hoffentlich ändern.

Zunächst zu mir selbst, denn natürlich verschiebt sich der etwaige Besuch bei darkIkarus auf dieses Jahr. Nach vier Jahren ist es aber auch Zeit, ihn mal wiederzusehen und in seiner neuen Umgebung wird es hoffentlich möglich sein. Ebenso möchte ich eventuell einen CSD besuchen, um einfach mal zu sehen, wie so etwas ist. Wer weiß, vielleicht lässt sich beides verbinden?

Dann will ich mir endlich nebst Fahrrad eine Playstation 4 anschaffen. Mein Guilty Pleasure Kingdom Hearts erhält ja einen neuen Teil und natürlich würde ich nach jahrelangem Warten erfahren, wie beschissen die Handlung letztendlich ausfällt. Außerdem besitzt diese Konsole ja noch genügend andere Spiele, die ich unbedingt mal ausprobieren wollte. Persona, Yakuza, Tearaway – ihr kennt das wahrscheinlich.

Blogtechnisch wird sich einiges ändern, denn den wöchentlichen Rhythmus kann ich in diesem Zustand nicht erhalten. Stattdessen erscheinen alle zwei Wochen die regulären Beiträge und die entstehenden Lücken werden durch die Kurzfilme ausgefüllt. Somit entlaste ich mich ein wenig, ohne komplett aus dem wöchentlichen Arbeitszyklus herauszufallen. Darüber hinaus habe ich das Design des Blog geändert und möchte später mit meinen gestümperten Gimp-Fertigkeiten noch einen Header erstellen, wobei ich mir noch nicht sicher bin, für welches Design ich mich entscheiden werde. Habt ihr sonst Ideen?

Außerdem würde ich gerne meine Komfortzone ausweiten und gelegentlich auch mal andere Beitragsformen ausprobieren. An eine Art Essay traue ich mich mangels Talent und fundiertem Wissen noch immer nicht, aber zumindest möchte ich ab und zu etwas anderes als Rezensionen und Meinungen bringen. Das Pokémon-Portrait ist schließlich schon ein Anfang und ansonsten werden wir ja sehen, was die Zukunft bringt.

In der Hinsicht würde ich auch gerne wieder mehr Leser und Kommentatoren haben und auch wenn Feedback nett wäre, kann man das schlecht beeinflussen und es sollte auch nicht mein Fokus sein. Mir macht Schreiben immer noch Spaß und ich kann nur hoffen, dass sich meine Fertigkeiten zukünftig verbessern werden. Wie werden sehen, ob und was die Zukunft bringt.

Auf das neue Jahr

Motherfreak

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2 Kommentare zu „Jahresrückblick 2018

Gib deinen ab

  1. Auch dir ein frohes Neues.

    Das neue Design gefällt mir übrigens außerordentlich gut.

    Was ich immer ganz interessant daran finde, dass du doch versuchst viel aus deinen Konsolen herauszuholen, ist, dass man dadurch auch mehr über Spiele zu lesen bekommt, die eher weniger Beachtung bekommen. Gerade sehr Nintendo-zentrierte Leute haben häufig die Eigenschaft bei deren First Parties hängenzubleiben.

    Die SENF-Sache finde ich übrigens eine gute, weils zum einen natürlich nicht zu allem viel zu sagen gibt, weils dich aber auch einfach entlastet nicht einen großen „richtigen“ Beitrag angehen zu müssen, aber dennoch was schreiben zu können.

    1. Danke, ich hoffe, ich finde noch etwas Entsprechendes für einen Header. Ich hätte theoretisch eine Idee, kann diese mit meinen Fähgikeiten schlecht umsetzen. Mal schauen.

      Nur nach Popularität zu gehen fände ich auch ziemlich langweilig (aus Prinzip Anti zu sein aber auch). Wenn ich jetzt nicht den Autor und seine Schreibweise interessant finde, verfolge ich auch nur selten irgendwelche Meinungen zu Neuerscheinungen und Blockbustern, weil diese oftmals keine neuen Erkenntnisse bieten und nach Metacritic richte ich mich auch nicht wirklich. So etwas wie God of War letztes Jahr hat mich beispielsweise kaum interessiert und auch zu Smash interessieren mich die Eindrücke anderer eher selten bis gar nicht. Ich vermute mal, dass ich mich von allen Franchises von Nintendo neben meiner Affinität auch deshalb für Mother entschieden habe, da diese Reihe außerhalb der Blase noch nicht tot geredet wurde.

      Dabei habe ich mich mitunter von deinen Quickies inspirieren lassen. Aber ja, diese SENF-Beiträge entlasten mich teilweise von meinem eigenen Pflichtbewusstsein, so doof das auch klingen mag.

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