S.E.N.F. Nr. 6 – Die fischige Quizshow von Kawashima mit Aliens, Biestern, Ninjas und Drag Queens

Senf ist unsterblich! Senf funktioniert immer! Preiset mit uns den sechsten Teil dieser Reihe an, in dem Netflix hauptsächlich sein Fett abbekommt! Aber es sind natürlich auch wieder andere Medien mit dabei, über die ich hier in kleinem Rahmen reden möchte.

Monsters vs. Aliens – Ich bin mit wenigen Ausnahmen kein großer Fan von Dreamworks Werken und leider muss ich sagen. dass dieser Film auch nicht gerade vom Gegenteil überzeugt hat, da dieser so unglaublich generisch und steril wirkt. Keiner der Figuren besitzt Charme und keine Szene hat mich in irgendeiner Weise in seine Welt gezogen und das ist insbesondere dann bedauerlich, weil er konzeptionell ein großes Potenzial in seiner Protagonistin Whatsherface besitzt – diese macht nämlich eine Körperwandlung durch, die ihr ein normales Leben als Mensch unmöglich macht und auch wenn der Film das halbherzig in einigen Szenen hastig einzufügen versucht, kann er nichts emotional reißen, wenn weder genügend Zeit dafür einberaumt wird, noch die Protagonistin Whatshernose wegen der stümperhaften Inszenierung wirklich einem am Herz liegt. Vielleicht liegt das aber auch an den anderen menschlichen Figuren (größtenteils aus ihrem vorigen Leben), die allesamt unsympathisch sind und deren Tode ich mir sehnlichst herbei gewünscht hätte. Hässlich sind sie zu allem Überfluss auch noch.

Schon jetzt ist der Text für dieses Format viel zu lang, aber ich möchte noch denen zuvorkommen, die argumentieren würden, dass es sich um eine Hommage an Monsterfilme handelt und ich den emotionalen Part gefälligst ignorieren sollte. Selbst wenn ich diesen Part außer Acht lasse, funktioniert er nicht besonders gut, da er weder spannende Kämpfe, noch interessante Monster, noch sonst irgendeinen Augenschmauß bietet. Manche Kamerafahrten sind zugegebenermaßen ziemlich dynamisch, aber damit haben sich meine Komplimente zur Ästhetik erledigt. Richtig gestört haben übrigens die teils aufgesetzten Animationen, die offensichtlich den 3D-Effekt des Film herausstellen sollten und mich als Standardzuschauer eher genervt haben.

Zenge – Wie auch das von mir gemochte Hook gehört Zenge zu den minimalistischen Puzzle-Spielen auf Steam, die für rund einen Euro angeboten werden. Auch dieses im letzten Sale erworbene Spiel, das sich ganz allein auf das Spielprinzip, komplexer werdende Bildschiebepuzzle, verlässt und nebenbei in schönen Bildchen eine vage Geschichte erzählt, hat mir angesichts des Preises ziemlich gut gefallen. Theoretisch hätte der Entwickler sogar den Preis verdoppeln können, da ich doch ziemlich positiv überrascht vom Umfang gewesen bin. Aber auch mit weniger Umfang kann ich dieses kleine Spielchen, das mich wie Hook ein wenig an die Art Style-Reihe erinnert, für Fans von minimalistischen Spielen empfehlen.

Castlevania – Damit ist die Netflix-Serie gemeint, die auf der gleichnamigen Spielereihe basieren soll. In welchem Ausmaß das der Fall sein soll, kann ich mangels Erfahrung nicht sagen, aber ganz unabhängig vom Ursprungsmaterial, mit dem ich nie etwas anfangen konnte, hat mir die Serie weitestgehend gefallen. Die Handlung mag wie seine Charaktere recht simpel sein und am Anfang besticht sie auch nicht immer mit Logik, doch sie ist zweckdienlich für die zahlreichen Gore- und Action-Szenen, die das Auge erfreuen sollen. Speziell die gut durchanimierten Kampfszenen, von denen ich begeistert gewesen bin, müssten mit Sicherheit ein Albtraum beim Erstellungsprozess gewesen sein, wenn man sich deren Qualität ansieht. Ja, die Serie war definitiv ziemlich nett.

Idiocracy – Von dieser Comedy habe ich vielerorts schon viel gehört und da ich nun den Zugang zum Streamingdienst habe, habe ich mir gedacht, ihn trotz meiner Abneigung gegen Komödien einmal anzusehen. Um mein Urteil so profan wie möglich zu halten: er war okay. Die Welt ergibt nicht so viel Sinn, wenn man erst einmal anfängt, darüber nachzudenken und nach den anfänglichen bissigen Witzen kann ich über die meiste Laufzeit nicht mehr wirklich etwas mit dem Humor anfangen. Obwohl er definitiv einige subtil gehaltene gesellschaftskritische Botschaften zur Konsumverhalten der amerikanischen Bevölkerung enthält, geht mir der Film diesbezüglich nicht weit genug und weil der Film selbst einer sehr einfachen Weltsicht erliegt, läuft er auch oftmals Gefahr, genauso dumm wie die Subjekte seiner Thematik zu sein. Noch einmal muss ich ihn mir nicht geben.

Batman Ninja – Ich bin nicht der größte Batman-Fan unter der Sonne und das werde ich wohl auch nie sein. Dennoch erweckte dieser Film mein Interesse, was wohl hauptsächlich an der seltsamen Mischung von dem Batman-Universum und der japanischen Kultur liegt. Auch wenn das den ganzen Film über nicht ganz zusammenpassen möchte, muss ich eines dem Film lassen: er besitzt eine ganze Menge Stil, sieht gelegentlich  und ich mag die zahlreichen Einflüsse der japanischen Malkunst, die hier seine Verwendung findet. Darüber hinaus ist die Handlung eher dümmlich und die CGI-Effekte heben sich deutlich merkbar von der ansonsten guten Präsentation ein wenig negativ ab. Somit reiht es sich zu den zahlreichen Batman-Filmen ein, die zwar unterhaltsam sind, aber man besser mit ausgeschaltetem Gehirn ansehen sollte.

Der Junge und das Biest – Ein Film, der mir insgesamt ziemlich gut gefallen hat, mir aber auch einige seltsamen Ansichten geboten hat, die wohl kulturell bedingt sind. Wie etwa die Betonung, dass alle Familien einen männlichen Stammhalter haben müssen; fast als wären wir hier im Mittelalter. Generell hätte dem Film ein Miniserien-Format wohl gut getan, da manche Entwicklungen dank der begrenzten Laufzeit etwas zu schnell oder gleich urplötzlich aus dem Nichts gekommen sind. Trotz dieser Schwächen war der Film unterhaltsam und bot auch ein klein wenig mehr Substanz, als viele andere Filme dieser Art.

Kawashima’s Gehirnjogging – „Wie dumm kann ich noch werden?“ ist eines der Spiele, das von vielen verächtlich mit vorgehaltener Hand als ein Spiel für die „Casual-Meute“ betitelt wird. Da ich in der Vergangenheit dank meines Bruders Berührungspunkte mit dem Franchise hatte und generell meine 3DS- und DS-Sammlung weiter vervollständigen möchte, habe ich mir günstig die beiden ersten Teile besorgt und probiere diese nun in der chronologischen Reihenfolge über einen längeren Zeitraum aus. Der erste Teil mag einen noblen Ansatz haben, besitzt aber ein ganz großes Problem und das ist der unbalancierte Fokus auf das mathematische Feld. Wie sicher einige wissen werden, besitzt jeder Mensch unterschiedliche Intelligenzen, die bei jedem von Natur aus ein wenig anders ausgeprägt sind. In meinem Fall ist es leider nun so, dass meine mathematischen Fertigkeiten eher unterdurchschnittlich sind und ich länger beim Lösen von solchen abstrakten Aufgaben brauche, was dementsprechend trotz viel Übung mit dem Spiel in einem schlechten Ergebnis resultiert, was schon frustrieren kann. Von den rund zehn Übungen befassen sich gerade zwei bis drei Übungen nicht oder nur zum Teil mit Mathe und darum verließ mich auch ganz schnell die Motivation, die sich auch nur wegen der lösbaren Sudokus länger halten konnte. Zum Glück weiß ich, dass der Nachfolger ein wenig breiter gefächert ist und ich bin schon gespannt, ob sich da mein Interesse an dem Spiel länger halten kann.

Grosse Haie – Kleine Fische – Hey Dreamworks, wenn ich euch abseits von 2D-Animation und einigen anderen seltenen Ausnahmen mögen soll, wäre es vom Vorteil, keine schlechten oder mittelmäßigen Filme rauszuhauen! Ihr könntet sogar von euren Fehlern lernen – wie etwa von diesem Mist hier -, aber ich bezweifle stark, dass das jemals geschehen wird. Aber da das hier nicht eine Abrechnung mit Dreamworks sein soll, sollte ich mich für die anwesenden Kids wohl ausschließlich auf diesen Film beziehen und ich kann hier noch einmal betonen, nur selten solch einen schlechten Animationsfilm gesehen zu haben. Die Charaktere sind entweder unsympathisch, haben einen problematischen Charakter oder entsprechen gleich rassistischen Stereotypen, also genau richtig für das junge Publikum! Bei jeder einzelnen Figur kommt der Hass hoch und wenn das mal nicht der Fall ist, merkt man deutlich den rein aufs Marketing abgezielten Ursprung. Seelenlos wirkt auch die unglaublich hässliche Ästhetik des Schandwerks, die selbst Kindergartenkinder besser hinbekommen hätten und vergesst dabei nicht das absolut ausgelutschte urbane New York-Setting, bei dem sich auch Kleinkinder fragen werden, wieso dieses ins Meer verlagert wurde. Mal abgesehen von einigen netten Ideen, wie etwa Wale als Metapher für Fahrzeuge in eine Waschanlage zu schicken, wirkt diese Idee die meiste Zeit über eher aufgesetzt.

Mario’s Super Picross – Lange Zeit war ich ja skeptisch gegenüber der Picross-Sparte, aber nach meinem ersten Ausflug ins Land der Zahlen und Raster – und einem Rabatt bei My Nintendo – war ich nun doch willens, ein Teil meines Lebensunterhalts in ein weiteres Luxusgut zu stecken. Obwohl mir meine Stunden mit meinem treuen Nintendo 3DS gefallen haben, bin ich leider von diesem Spiel weniger angetan. Da wäre zum einen der für ein Spiel solcher Art viel zu große Umfang, der mich übersättigt und gelangweilt von der Lösung aller Rätsel abhielt. Dann ist die schon oft gesehene Faulheit von Nintendo ärgerlich, da nicht einmal die Bezeichnungen gelöster Rätsel oder das Tutorial in die englische Sprache übersetzt wurden. Darüber hinaus wirkt der Super Mario-Zuckerguss deplatziert, wenn nicht einmal eines der generischen Rätsel mit der Reihe zu tun hat und das Interface könnte nicht langweiliger sein. Der Mangel an Entscheidungsfreiheit in puncto Hilfen ist auch ziemlich störend, wenn man wie ich die automatische Korrektur mit Zeitstrafe eher nervig findet und zu allem Überfluss ist bei der New Nintendo 3DS-Fassung wegen des kleinen Bildschirms für die Augen sehr anstrengend. Alles in allem: gut für Nebenbei bei Serienmarathons und empfehlenswert für Rätselfreunde. Für mich persönlich war es einfach zu meh.

Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia – Lange Zeit als vollständiger Beitrag geplant und es doch letztendlich gelassen, weil ich doch nicht viel Neues dazu sagen kann. Der dritte Fire Emblem-Teil für den Nintendo 3DS  bietet einige wesentliche Neuerungen, von denen ich hier das Zeitenrad für die Behebung von Fehlern und die erkundbaren Dungeons besonders positiv hervorheben möchte und die ich auch gerne für zukünftige Teile wiedersehen möchte. Leider ist das hier ein Remake und wie man Nintendo nun einmal kennt, sind sie sehr wählerisch im Bezug auf Verbesserungen. Die Karten entstammen beispielsweise dem Original und sind entweder langweilig oder langwierig und keine der beiden Alternativen klingen besonders verheißungsvoll. Auch ein wenig bedauerlich ist der ziemlich rudimentäre Fokus auf die einzelnen Charaktere, da nur sehr wenige Supports existieren und man daher nur sehr wenig über sie erfährt. Immerhin ist die Handlung solide und ich bin ebenfalls ein großer Fan des Charakterdesigns – speziell Celica scheint quasi ein Pretty Boy Magnet und zieht einen Gentleman nach dem anderen an Land. In jedem Fall muss man aufgrund der ambivalent anzusehenden Änderungen selbst entscheiden, ob einem das Spiel liegt.

Super Drags – Konzeptionell hat die Serie mit Einflüssen aus dem Magical Girl-Genre enorm großes Potenzial, denn sie ist die erste Animationsserie, die sich an die queere Community richtet. Die in Brasilien erstellte Netflix-Serie ist aber nicht ganz unproblematisch, denn obwohl sie ernste Themen anschneidet, bleibt sie äußerst plakativ und oberflächlich und kann mitunter wegen ihrer Reduzierung auf männliche Geschlechtsteile auch als Bestätigung der sexgetriebenen Schwulen gesehen werden. Die Charaktere selbst sind auch mehr oder weniger eindimensional und eher langweilig und die Welt, die dank der bunten Farben ziemlich gut aussieht, hätte durchaus ein wenig mehr an Tiefe vertragen. Außerdem fehlt mir ein wenig die Diversität, da wieder einmal aus dem Fundus der LGBT+-Community nur die „regulären“ Schwule/Drag Queens eine größere Rolle spielen. Leider – und das tut mir als Mitglied der Minderheit besonders weh – muss ich sagen, dass die Serie bestenfalls Mittelmaß ist und ich nur hoffen kann, dass das wacklige Gerüst in einer etwaigen zweiten Staffel besser ausgebaut wird.

Arrival – Schon viel von dem Film gehört und dank Netflix kann ich mir meine eigene Meinung zu dem Streifen bilden, yay! Tatsächlich bietet dieser Film mit einer Alieninvasion eine recht konventionelle, schon oft gezeigte Prämisse, weiß diese aber mit einem innovativen, bisher eher unbekannten Ansatz recht frisch zu verpacken und mit der natürlichen, aber vorsichtigen Neugierde des Menschen mal nicht die brutale Seite unserer Spezies zu zeigen. Mangels Expertise kann ich nicht den Realismus innerhalb des Filmes zur Erfassung einer unbekannten Sprache/Schrift beurteilen, doch für einen Laien wie mich scheint er realistisch genug und zeigt zumindest einen oberflächlichen Einblick in ein wissenschaftliches Feld, das sonst so gut wie gar nicht in Filmen vorkommt. Trotz Gefallen habe ich aber auch einiges zu bemängeln, denn die interne Logik des Films fällt mit zunehmender Laufzeit im letzten Drittel immer mehr auseinander und der ungewöhnliche, teils unkritische Fokus auf China lässt gewisse Assoziationen zu den kritisch anzusehenden Verbindungen von Filmstudios zu chinesischen Geldgebern entstehen, aber da sehe ich eventuell auch einfach zu viel hinein. Es freut mich, dass ein solider, massentauglicher Film, der kein Remake oder Sequel ist, einen gewissen Erfolg für sich verbuchen kann und zeigt, dass das Publikum auch Interesse an neuen Geschichten hat. Gerne mehr davon!

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2 Kommentare zu „S.E.N.F. Nr. 6 – Die fischige Quizshow von Kawashima mit Aliens, Biestern, Ninjas und Drag Queens

Gib deinen ab

  1. Arrival fand ich auch sehr gut. Obwohl man sich ab einem gewissen Punkt natürlich denken kann, was der große Twist sein wird. Die eine etwas unglaubwürdige Tatsache im Plot konnte ich noch ganz Ok schlucken, auch wenn ich auch erst mal „häh?“ ging, weil der Film schlauerweise nie zu sehr ins Detail verkopft, und es dabei nur unglaubwürdiger macht, wie das bei SciFi sonst oft der Fall ist.

    Monster vs. Aliens möchte ich behaupten fand ich ganz Ok, aber erinnere mich auch ehrlich gesagt gar nicht mehr wirklich, worum es ging, so geil war’s also nicht.

    1. Späte Antwort, aber ich brüte schon eine Weile über meine Antwort auf deinen Kommentar zu Arrival. Ich denke, ich habe mich wohl unglücklich ausgedrückt, aber mit der zerfallenden Logik meine ich gar nicht mal das „Geschenk“ an sich, denn jeder Film besitzt irgendwelche fantastischen Elemente, über die man sich nicht allzu viele Gedanken machen sollte. Die Realität ist schließlich ziemlich langweilig. Nein, ich meine damit die Reaktionen der Figuren und die Auswirkungen des Geschenks. Warum bricht kein Krieg aus, wenn sie doch gerade mal einen General beruhigt hat? Dass er ihr glaubt ist zwar etwas unglaubwürdig, kann ich aber noch schlucken. Was ist letztendlich der Verwendungszweck des Geschenks und wieso kann eine beschenkte Frau damit die Menschheit retten, wenn sie selbst sowieso nicht lange genug für langwierige Prozesse lebt? Wieso sind alle Länder nicht etwas skeptisch, wenn plötzlich eine einzige Frau etwas behauptet? Zugegebenermaßen sind diese Logiklöcher nicht groß genug, um meine Freude mit dem Film auszulöschen, aber ein wenig auffällig waren sie schon.

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