S.E.N.F. Nr. 5 – Ein voyeuristisches Pferde-Picross für Barbie und ihre aufgeblasenen Drachenfreunde

Anders als andere Beiträge sind die S.E.N.F.-Einschübe eher von spontaner Natur und werden trotz Schreibpause weiterhin veröffentlicht. Freut euch also auf weitere Abhandlungen über Medien, über die ich nicht mehr als ein längerer Absatz zusammenkriege oder über die sich wegen ihrer Aktualität keine zusammenfassende Rezension schreiben lassen. Schreibblockade FTW!

Häufig sind Netflix-Produktionen dran und auch wenn das dieses Mal wieder einmal der Fall ist, so haben sich doch erstaunlich viele Spiele dieses Mal eingeschlichen, bei denen ich normalerweise nicht die Klappe halten kann. Die Frage nach dem „Warum?“ kann ich nicht beantworten, denn schlecht ist keines davon.

Barbie: Life in the Dreamhouse – Entgegen des Klischees konnte ich mich nie so recht mit Barbie anfreunden. Das gilt mehr oder weniger auch für die meisten ihrer Film- und Fernsehproduktionen, von denen ich einige als Kind konsumiert habe. Mit dieser Webserie, die es ebenfalls auf Netflix gibt, ist es jedoch anders, was mitunter an ziemlich ironischen bis fast satirischen Untertönen liegt. So umfasst Barbies Schrank neben labyrinthartigen Gängen inklusive Grand Canyon, Wäldern und Bären auch einen bösen Roboter, der die Welt unterjochen möchte, aber stets in Butlermanier seinen Opfern Kekse serviert, weil er schließlich kein Unmensch ist. Oder die Tatsache, dass Barbies 135 Berufe ständig erwähnt werden, obwohl sie erst in ihren Zwanzigern ist. Neuartig für das Spielzeugsetting ist auch, dass zwar alle von ihrer Plastiknatur wissen, sich aber nie als Spielzeuge sehen oder dessen bewusst werden. Selbst im uralten Toy Story wussten mehr oder weniger alle Akteure von ihrem Zweck und da ist es einfach schön, wenn hiermit diese alte Leier unterbrochen wird.

7th Dragon III: Code VFD – Ein weiteres Nintendo 3DS-Spiel, das ich nun im Rahmen meiner Nachholaktion von der Liste streichen kann. Anders als Yoshi’s New Island kriegt das Spiel nicht wegen seiner Mittelmäßigkeit, sondern wegen meiner Unerfahrenheit mit Dungeon Crawlern/Rollenspiel-Verschnitte keinen eigenen Eintrag. Ich hätte auch nicht viel zum Beitrag von Kaoru, der besser darüber Bescheid weiß, hinzuzufügen, außer, dass ich mir noch etwas mehr Auswirkungen der Romanzen auf die Handlung gewünscht hätte. Dabei stechen diese allein durch ihre Inklusion positiv heraus, da alle wichtigeren Charaktere vom eigens kreierten Team geschlechtsunabhängig gedatet werden können, was meines Wissens nach in keinem anderen Spiel – erst recht in keinem japanischen – der Rollenspiel-Sparte möglich ist. Auch erwähnenswert finde ich die Ästhetik des Spiels, die trotz des deutlich merkbar geringen Budgets alles aus sich herausholen konnte. Anders empfinde ich es beim Sounddesign, das mir mit seinen sehr aufdringlichen Samples der Charaktere ziemlich schnell auf die Nerven gegangen ist, was sich glücklicherweise aber ausstellen lässt. Außerdem hätte ich mir während des Kampfes auch gerne Untertitel gewünscht, damit ich wüsste, was mein Team das überhaupt von sich gibt. Aber das sind nur Kleinigkeiten, denn insgesamt mochte ich das Spiel und kann es jedem empfehlen, dem auch nur ansatzweise Rollenspiele/Dungeon Crawler-Verschnitte liegen.

The Legend of Zelda: A Link Between Worlds – Ein spiritueller Nachfolger von A Link to the Past für den Nintendo 3DS, den ich allein aus diesem Grund in den S.E.N.F.-Ghetto verbanne. Dabei orientiert es sich im Gegensatz zu meinen anfänglichen Befürchtungen relativ wenig an dem von mir verhassten Vorgänger, so dass ich mich doch fragen musste, wieso diese Anbiederei überhaupt durchgeführt wurde. Sei’s drum – so ist es ein solider, wenngleich auch ziemlich generischer Zelda-Teil, zu dem sich nicht viel sagen lässt. Selbst das neue Leihsystem bringt nicht viel frischen Wind in die Zelda-Formel, da es theoretisch die Spielwelt (eigentlich nicht wirklich) offener gestaltet, jedoch die Rätsel und deren Werkzeuge letztendlich weiter trivialisiert, weil diese abseits von kleineren Nebenaufgaben wieder einmal nur in einem Dungeon eingesetzt werden können. Die Perspektivenrätsel mit den Gemälden, die offensichtlich das 3D-Gimmick hervorheben sollen, sind dagegen ganz nett, reißen mich aber auch nicht vom Hocker. Trotz der paar neuen Ideen und der hübschen Grafik: ein Zelda bleibt ein Zelda, was es zu einem guten Spiel macht – daher bereue ich den Kauf und die angewandte Zeit nicht – aber mehr auch nicht.

My Nintendo Picross – The Legend of Zelda: Twilight Princess – Langer Titel für ein Spiel mit simplen Spielprinzip, das ich gratis im Rahmen der My Nintendo-Aktion erworben habe und außerdem mein erstes Picross-Spiel meines Lebens. Angesichts der mir bisher bekannten Gratiskultur von Nintendo und des Desinteresses im Bezug auf das Twilight Princess-Setting war ich anfangs sehr skeptisch dem Spiel gegenüber, konnte meine Zweifel aber recht zügig ablegen. Im Gegenteil: das Spiel – wenngleich sehr simpel und offensichtlich mit geringem Budget ausgestattet – macht süchtig und ich konnte es bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen. Wenn Nintendo nun eher diesem Beispiel folgen würde, anstatt das tausendste Abzockspielchen mit der Pokémon-Lizenz rauszuhauen, wäre ich weitaus zufriedener mit Nintendos Politik. Schade, dass das niemals der Fall sein wird.

Balloon Kid – Jedermann wird bestimmt Balloon Fight von den unzähligen Veröffentlichungen auf den Virtual Console-Diensten kennen, wenn er oder sie nicht gar das Original kennen dürfte. Wie immer etwas überteuert und unverständlicherweise meist erst nach Jahren der Eröffnung eines solchen Services, aber immerhin gehört es zu den wenigen Spielen, die für neuere Generationen erhalten und zugänglich gemacht werden, was angesichts Nintendos Umgang mit den meisten seiner älteren Werke besser als gar nichts ist. Nur wenige wissen – mich bis vor kurzem eingeschlossen -, dass es einen Nachfolger für den Game Boy gegeben hat und da ich neugierig gewesen bin, habe ich auf der Virtual Console diesen Titel durchgespielt. Ist ein nettes kleines Spielchen für Zwischendurch, das aber seine sehr kurze Spielzeit mit einem hohen Schwierigkeitsgrad zu strecken versucht. Außerdem verhält sich die Protagonistin – selbst ohne Ballons – mir ein wenig zu sehr wie ein Flummi und das kann in Ableben und Frustration resultieren. Nichtsdestotrotz hatte ich kurzweilig meine Freude an dem Spiel und ich denke, das Franchise könnte auch ohne Tingle heutzutage mit einigen Verbesserungen als Download-Spielchen funktionieren.

BoJack Horseman – Staffel vier und fünf steigen noch einmal ordentlich in der Qualität an und selbst Todd, mit dem ich lange meine Probleme hatte, erhält endlich mehr Relevanz in der übergreifenden Handlung. Generell scheint das Thema Familie und Beziehungen untereinander mehr im Fokus zu stehen, was sich unter anderem an der Geschichte um BoJacks Mutter, aber insbesondere am neuen Charakter Hollyhock festmachen lässt. Mein Favorit ist aber eindeutig Princess Carolyn mit ihren Fruchtbarkeitsproblemen und der Sehnsucht nach einer eigenen Familie und auch wenn das in vielen anderen Serien schon vor- und schon fast als Klischee verkommt, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass sich diese bekannte Geschichte in diesem Fall frisch anfühlt und sogar zu den besseren Beispielen zählen darf. Hinzu kommen noch viele gesellschaftliche Themen, aber meine Eloquenz reicht da bei Weitem nicht aus, um hier mitzuteilen, wie weit die Serie seit der ersten Staffel gekommen ist. Momentan mein persönlicher Liebling an Netflix-exklusiven Serien.

Scorpion – Hat auch mit der letzten Staffel ein kleinen Qualitätssprung gemacht, aber gemessen an dem hiesigen Standard, bedeutet das – im Gegensatz zum grandiosen BoJack – nicht viel. Immerhin sind die nervige On-Off-Beziehungskisten zwischen den Charakteren für die meiste Zeit kein Thema mehr und auch mit der Stereotypisierung und der offensichtlichen maximalen Katastrophisierung für künstlichen Spannungsaufbau wurde hier und da mal gespart. Diese Staffel bietet eine Art Cliffhanger-Ende, aber das wurmt mich selbst angesichts der Cancelung relativ wenig, weil ich wenig auf die Charaktere gebe. War als Hintergrundbeschäftigung für meine Picross-Rätsel jedenfalls ausreichend.

Nightcrawler – Ein ziemlich düsterer Film zu einem nicht minder düsteren Aspekt der menschlichen Gesellschaft, der besonders in der amerikanischen, aber auch in der europäischen Welt eine Rolle spielt. Der Film zeigt sehr gut auf, wie Menschen in Zuge des Voyeurismus sämtliche Skrupel verlieren und nur einzig und allein die Befriedigung der Sensationsgier zählt. Das zeigt sich auch sehr schön im „Protagonisten“, der besonders ekelhaft und psychopathisch rüberkommt, ohne gleich dem Zuschauer die Nase darauf drücken zu müssen. Das gilt aber insgesamt für den Film, der alles ohne eine klare Beurteilung zeigt und dem Zuschauer selbst überlässt, wie er das beurteilen soll – auch wenn es in meinen Augen eigentlich kaum ein anderer Rückschluss durchgeführt werden kann.

Maniac – Eine Mini-Serie über eine Pharmazie-Studie mit psychisch Kranken, die anders als dieser Satz anfangs vermuten lässt, nicht nur traurig, sondern auch ziemlich witzig und bizarr sein kann. Es wird sehr viel mit schwarzem Humor gearbeitet und die Handlung bleibt nicht selten eher vage-metaphorisch, weshalb diese Serie nicht jedem gefallen dürfte und auch mir gefiel sie nicht immer, was nicht zuletzt auch an den einigen Settings gelegen hat. Ist auch irgendwie klar, da es zuweilen jede Menge von ihnen gab.

Der Prinz der Drachen – Eine Fantasy-Zeichentrickserie mit Mittelalter-Setting, die laut Marketinggelaber von denselben Machern wie Avatar sein soll und das merkt man den Charakteren und manchen Dialogen auch an. Anders als sein spiritueller Vorgänger wurde jedoch vielerorts auf Humor verzichtet, was angesichts des Überangebots von komödiantischen Zeichentrickserien keineswegs eine schlechte Entscheidung gewesen ist. Wer den Aspekt mochte, sollte aber nicht enttäuscht sein, da die Serie immer noch humorige Einlagen bietet und generell ein eher leichtfüßiges Erlebnis bietet. Davon abgesehen fällt noch der Zeichenstil auf, der streng genommen als Computeranimation eigentlich nicht zu den klassischen Animationstechniken gezählt werden darf und anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig für das Auge ist. Daran gewöhnt man sich mit der Weile, wobei mir manche abgehackten Bewegungen immer noch gelegentlich auf die Nerven gehen. Eine weitere Schwäche ist das überhastete Pacing, das manche Logiklöcher und nicht nachvollziehbare Aktionen der Protagonisten nach sich zieht. Die nächste Staffel sollte daher mehr Folgen enthalten, um der Handlung ein wenig Raum bieten zu können. Die Serie bietet noch einiges an Potenzial zur Verbesserung und eben weil die Serie sonst ziemlich nett gewesen ist und ich die sympathischen Kinder des Antagonisten so sehr mag, kann ich nur hoffen, dass dies in der zweiten Staffel der Fall sein wird.

The Seven Deadly Sins – Die zweite Staffel ist nun auf Netflix erhältlich gewesen und da ich die erste trotz seiner nervigen Anime-Klischees halbwegs annehmbar fand, ließ ich es mir nicht nehmen und zog mir die Fortsetzung kurz nach dessen Veröffentlichung rein. Wie ich feststellen durfte, ist die zweite Staffel trotz der zehn Gebote lediglich ein Intermezzo zur nächsten gewesen, die unweigerlich kommen wird, was mich angesichts der vollständig eingesammelten Truppe schon ein wenig überrascht hat. Da der Fokus nach Dragonball Z-Manier auf immer größer werdende Extreme gelegt wird und gefühlt tausend Charaktere um Laufzeit kämpfen dürfen und dabei doch wenig zur Handlung beitragen, ist mir so langsam der Bezug zu den Charakteren und der Welt flöten gegangen; das ständige Gelaber um Powerlevel und sonstige Zahlen taten ihr Übriges. Ich kann jedenfalls nur hoffen, dass die dritte Staffel wieder nach dieser mäßigen zweiten anziehen wird.

Hilda – Mir sagte der Name zuvor nichts, doch diese kleine, feine Serie scheint sich sehr nah an ihrer recht bekannten Kinderbuchvorlage (oder auch Graphic Novel) zu halten und wenn das wirklich stimmt, sind die Bücher ganz eindeutig Klassiker-Material, denn die Serie hat mich mit ihrer zauberhaften Welt und den süßen Charakteren ziemlich positiv überrascht. Das Setting, die moderne Welt mit fabelartigen Wesen zu entdecken, mag keineswegs neu sein, doch anders als beispielsweise der Prinz der Drachen verwendet diese Serie keineswegs ausgelutschte Rassen wie Elfen oder Trolle und bedient sich eher der skandinavischen Mythologie, was einen frischen Wind mit sich bringt. Außerdem mag ich die eher gediegene, aber doch sehr ansprechende Farbgebung und das Design der Figuren sehr, die mich erst überhaupt zu dieser Serie gebracht haben. Eine klare Empfehlung gibt es von mir für alle, die eine herzerwärmende kleine Abenteuerserie im Zeichenstil suchen! Ich persönlich erwarte mit einiger Vorfreude schon auf die nächste etwaige Staffel, die vielleicht kommen wird.

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5 Kommentare zu „S.E.N.F. Nr. 5 – Ein voyeuristisches Pferde-Picross für Barbie und ihre aufgeblasenen Drachenfreunde

Gib deinen ab

    1. Der ist in der Tat neu und habe auch gleich die Versionen für die vorigen Episoden erstellt. Bei Gimp bin ich immer noch ein heftiger Stümper, aber ich werde langsam ein wenig besser darin und dachte mir, ob ich nicht das nutzen sollte.^^

      1. Du scheinst aber auch ohne Blockade deinen Spaß zu haben, wenn man sich deinen Header und andere kleinere Spielereien auf deinen Blogs ansieht.^^

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